Wenn ein Mensch mit Demenz sich nachts auszieht und die Windel gleich mit, ist ein Pflegeoverall eine Möglichkeit. Sein Reißverschluss sitzt nur am Rücken, außerhalb der eigenen Reichweite. Von vorn sieht er aus wie ein Schlafanzug oder Hausanzug, von vorn lässt sich aber nichts öffnen. Drei Dinge sollten Sie vorher wissen: Der Overall ersetzt keine Aufsicht. Die Krankenkasse zahlt ihn in der Regel nicht, weil Kleidung kein Hilfsmittel ist. Und rechtlich kommt es darauf an, wie er eingesetzt wird; für sich genommen hindert er niemanden daran, aufzustehen oder zu gehen.
Hier lesen Sie, warum Menschen mit Demenz sich ausziehen, was Sie vor dem Overall ausprobieren können, wie der Overall funktioniert, was die Kasse zahlt und was rechtlich gilt.
Unser Overall: Der Pflegeoverall mit Reißverschluss am Rücken in Schwarz oder Grün, als Langarm für 99,90 € oder als Kurzarm für 94,90 €. Weicher, elastischer Stoff, Unisex, S bis 2XL. Kostenloser Versand aus Deutschland.
Warum zieht sich jemand mit Demenz aus?
Dass sich jemand nachts den Schlafanzug auszieht, ist selten Absicht und nie Bosheit. Meist steckt etwas dahinter, das der Mensch nicht mehr in Worte fassen kann:
- Etwas stört. Ein Etikett kratzt, eine Naht drückt, der Stoff fühlt sich fremd an. Die Hand geht dahin, wo es stört, und zieht.
- Zu warm oder zu kalt. Das Gefühl für Temperatur verändert sich. Wer schwitzt, zieht sich aus, auch bei 18 Grad im Zimmer.
- Die Windel ist nass oder sitzt schlecht. Das Bedürfnis, sie loszuwerden, ist stark, der Weg zur Toilette aber nicht mehr klar.
- Die Kleidung wird nicht erkannt. Im späteren Verlauf wissen manche nicht mehr, was sie am Körper haben, und wollen es weghaben.
- Gewohnheit aus dem alten Leben. Wer sich sein Leben lang zum Schlafen ausgezogen hat, tut es weiter, auch wenn jetzt eine Windel dazugehört.
Was danach kommt, kennen pflegende Angehörige: eine nasse Matratze um drei Uhr nachts, ein frierender Mensch, Umziehen im Halbschlaf, und am nächsten Abend die Sorge, ob es wieder passiert.
Was Sie vor dem Overall ausprobieren können
Ein Pflegeoverall ist nicht der erste Schritt. Oft bringen kleine Änderungen schon Ruhe:
- Etiketten heraustrennen, Kleidung mit flachen Nähten und weichem Bund wählen.
- Raumtemperatur und Decke anpassen. Lieber eine leichte Decke und ein Zimmer um 18 bis 20 Grad als ein dickes Federbett.
- Vor dem Schlafen zur Toilette, und die Windel so wählen, dass sie die Nacht hält.
- Zubettgehen ruhig gestalten, jeden Abend gleich, ohne Fernseher im Schlafzimmer.
- Beobachten, wann es passiert. Immer zur gleichen Zeit? Dann hilft vielleicht ein Toilettengang um diese Zeit.
Wenn das alles nicht reicht und jede Nacht die Windel ausgezogen wird, ist der Overall das Mittel, das die Kleidung an Ort und Stelle hält.
Wie der Pflegeoverall funktioniert
Ein Pflegeoverall, manche sagen Pflegebody für Erwachsene, ist ein Einteiler aus Oberteil und Hose. Der Unterschied zu einem Schlafanzug ist der Verschluss:

- Der Reißverschluss sitzt nur am Rücken. Von vorn ist nichts zu öffnen, kein Knopf, kein Bund zum Herunterziehen. Mit den Händen am Rücken ist der Reißverschluss kaum zu erreichen.
- Die Windel bleibt, wo sie hingehört, auch nachts.
- Er sieht aus wie normale Kleidung. Nichts, was nach Krankenhaus aussieht. Besucher sehen einen gut angezogenen Menschen, und der Mensch selbst fühlt sich nicht verkleidet.
- Weicher, elastischer Stoff, nichts kratzt, nichts drückt. Bequem im Bett und tagsüber im Sessel.
- Langarm oder Kurzarm. Kurzarm für den Sommer, für warme Pflegezimmer und Menschen, die schnell schwitzen.
Anziehen geht so: Reißverschluss am Rücken ganz öffnen, den Overall im Sitzen oder Liegen zuerst über die Beine, dann über die Arme bringen, aufrichten oder zur Seite drehen und den Rücken schließen. Zum Wechseln der Windel öffnen Sie den Rücken, streifen das Unterteil herunter, wechseln und schließen wieder. Nur wer hilft, öffnet ihn.
Was er nicht kann: Er ersetzt keine Aufsicht. Ein Overall hält die Kleidung an, er hält niemanden im Bett und sagt niemandem Bescheid, wenn jemand aufsteht.
Zahlt die Krankenkasse den Pflegeoverall?
In der Regel nicht. Ein Pflegeoverall ist Kleidung. Er hat keine Hilfsmittelnummer und steht nicht im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen, anders als zum Beispiel Inkontinenzmaterial, das Sie auf Rezept bekommen. Deshalb gibt es ihn auch nicht auf Rezept.
Auch über die Pflegekasse geht es normalerweise nicht: Die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, die monatlich bezahlt werden, sind Dinge wie Einmalhandschuhe oder Bettschutzeinlagen, keine Kleidung. Der Entlastungsbetrag ist für Betreuungs- und Entlastungsangebote gedacht, nicht für Einkäufe.
Einzelne Kassen entscheiden im Einzelfall anders. Fragen kostet nichts: Rufen Sie Ihre Kasse an, bevor Sie bestellen, und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.
Ist ein Pflegeoverall eine freiheitsentziehende Maßnahme?
Die Frage ist berechtigt, und sie wird oft gesucht. Hier die Lage, so sachlich wie möglich. Wir sind Händler, keine Rechtsberatung.
Was freiheitsentziehend heißt: Freiheitsentziehende Maßnahmen sind Maßnahmen, die einen Menschen gegen seinen Willen daran hindern, sich fortzubewegen oder den Ort zu wechseln, zum Beispiel Bettgitter, Gurte oder abgeschlossene Türen. Für Menschen unter rechtlicher Betreuung regelt das § 1831 BGB. In Krankenhaus, Heim oder einer sonstigen Einrichtung braucht eine solche Maßnahme, wenn sie länger oder regelmäßig erfolgt, die Genehmigung des Betreuungsgerichts.
Was das für den Overall heißt: Ein Pflegeoverall hindert niemanden am Aufstehen, Gehen oder Verlassen des Zimmers. Er verhindert das Ausziehen. Nach der Fachmeinung, die wir dazu gefunden haben, ist er für sich genommen deshalb keine freiheitsentziehende Maßnahme. Eine Gerichtsentscheidung speziell zum Pflegeoverall ist uns nicht bekannt.
Zu Hause: Das Genehmigungserfordernis des § 1831 BGB knüpft an Einrichtungen an. Bei häuslicher Pflege durch Angehörige war nach einer Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags grundsätzlich keine Genehmigung nötig; anders kann es liegen, wenn ein Pflegedienst die Versorgung weitgehend eigenständig übernimmt. Diese Ausarbeitung bezieht sich auf die frühere Vorschrift, die Grundidee ist gleich geblieben.
Was trotzdem zählt: Jede Maßnahme, die jemand sichtbar ablehnt, braucht einen guten Grund und eine Prüfung, ob es milder geht. Wenn Ihr Angehöriger sich im Overall quält, ihn abstreifen will und unruhig wird, ist das ein Zeichen, noch einmal die Ursachen oben durchzugehen. Im Pflegeheim entscheidet die Einrichtung mit, zu Hause sind Pflegeberatung, Betreuungsbehörde oder der Pflegestützpunkt die richtigen Ansprechpartner, wenn Sie unsicher sind.
Schlafanzug, Schlafanzug mit Trick oder Pflegeoverall?
| Normaler Schlafanzug | Schlafanzug verkehrt herum oder mit Gürtel | Pflegeoverall mit Rückenreißverschluss | |
|---|---|---|---|
| Lässt sich selbst ausziehen | ja | mit etwas Mühe ja | kaum, der Verschluss liegt am Rücken |
| Windel bleibt an | nein | meistens nicht | ja |
| Sieht aus wie normale Kleidung | ja | nein, wirkt verdreht | ja |
| Helfer kommt zum Wechseln heran | ja | umständlich | ja, Reißverschluss am Rücken öffnen |
| Für warme Nächte | je nach Stoff | Kurzarm-Ausführung |
Unser Pflegeoverall
Pflegeoverall Langarm mit Reißverschluss am Rücken, 99,90 €, und Pflegeoverall Kurzarm, 94,90 €:
- Reißverschluss nur am Rücken, außerhalb der eigenen Reichweite. Lässt sich selbstständig kaum öffnen und ersetzt keine Aufsicht.
- Weicher, elastischer Stoff. Nichts kratzt, nichts drückt, bequem im Bett und über den Tag.
- Sieht aus wie normale Kleidung. Nichts, was nach Krankenhaus aussieht.
- Schwarz oder Grün, Unisex, S bis 2XL. Frauen wählen am besten eine Größe kleiner, Männer ihre gewohnte Größe. Wird darunter eine dicke Einlage oder Windel getragen, nehmen Sie im Zweifel die größere Größe.

Entwickelt hat die Kleidung ein Textilhersteller, der sie für seinen schwer kranken Vater gebaut hat, weil normale Kleidung beim Anziehen nicht mehr ging.
Kostenloser Versand aus Niederdorfelden, meist in 2 bis 4 Werktagen. 30 Tage Rückgabe, die Rücksendung zahlen wir. Unsicher bei der Größe? Rufen Sie uns an: +49 6101 9979530.
Weiterlesen
Wie das Umziehen im Bett ohne Heben geht, steht in unserer Liste zum Umziehen. Welche Kleidung sonst noch die Pflege zu Hause leichter macht, zeigt die Seite Pflegekleidung für zu Hause.
Häufige Fragen
Kann die Person den Overall selbst öffnen?
Kaum. Der Reißverschluss sitzt am Rücken, zwischen den Schulterblättern beginnend, und ist mit den eigenen Händen schwer zu erreichen. Ganz ausschließen lässt es sich nicht. Der Overall ersetzt keine Aufsicht.
Ist ein Pflegeoverall eine freiheitsentziehende Maßnahme?
Für sich genommen nach der Fachmeinung nicht, weil er niemanden am Gehen hindert. Es kommt auf den Einsatz an. Bei Pflege zu Hause durch Angehörige ist in der Regel keine Genehmigung nötig, in Einrichtungen entscheidet die Einrichtung mit. Wir sind keine Rechtsberatung; bei Zweifeln fragen Sie Pflegeberatung oder Betreuungsbehörde.
Zahlt die Krankenkasse den Pflegeoverall oder gibt es ihn auf Rezept?
In der Regel nein. Kleidung ist kein Hilfsmittel. Fragen Sie trotzdem bei Ihrer Kasse nach, einzelne Kassen entscheiden anders.
Wie wechsle ich die Windel im Overall?
Reißverschluss am Rücken öffnen, das Unterteil herunterstreifen, wechseln, wieder hochziehen und schließen. Am leichtesten geht es in Seitenlage.
Langarm oder Kurzarm?
Kurzarm für den Sommer, für warme Pflegezimmer und Menschen, die schnell schwitzen. Langarm für kühle Nächte und alle, die Ärmel gewohnt sind.
Welche Größe soll ich nehmen?
Frauen eine Größe kleiner als gewohnt, Männer die gewohnte Größe. Mit dicker Windel die größere Größe. Die Maße stehen auf unserer Seite Größe finden.
Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Rechtsberatung. Bei Fragen zur Pflege wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis oder Ihre Pflegeberatung.
Aus der Praxis
„Der Overall kommt aus dem Sortiment unseres Partners in der Türkei, und ich hätte ihn fast nicht genommen. Ein Reißverschluss am Rücken klang für mich erst nach Einsperren. Dann hatte ich eine Frau am Telefon, die ihre Mutter zu Hause pflegt. Die Mutter hat sich nachts die Windel ausgezogen, jeden Morgen war das Bett nass, und sie hat sich geschämt. Nach dem Gespräch habe ich den Overall anders gesehen: Er sorgt dafür, dass die Windel nachts bleibt, wo sie ist. Ich sage aber jedem dazu, dass er keine Aufsicht ersetzt. Und im Heim gelten eigene Regeln, das besprechen Sie dort mit Arzt und Betreuung.“
Berkan Ipek, Inhaber von ComfortCure

Geschrieben von Berkan Ipek
Inhaber von ComfortCure, Niederdorfelden
Ich arbeite direkt mit dem Betrieb zusammen, der diese Kleidung entwickelt hat. Wenn Sie unsicher sind, welche Größe oder welches Teil passt, rufen Sie mich an: +49 6101 9979530. Mehr über mich