Kleidung für einen pflegebedürftigen älteren Menschen soll vier Dinge: Sie soll sich dort öffnen lassen, wo sonst gezogen wird (vorn, an der Seite oder am Rücken), sie soll weich sein und nirgends drücken, sie soll warm halten und jede Wäsche aushalten, und sie soll so aussehen wie das, was der Mensch sein Leben lang getragen hat. Dazu Verschlüsse, die mit schwachen oder zittrigen Händen gehen (Klett, Druckknöpfe, Reißverschluss mit Schlaufe), Schuhe ohne Schnürsenkel und ein paar Anziehhilfen aus dem Sanitätshaus. Die Pflegekasse zahlt Kleidung nicht, aber sie zahlt Entlastungsbetrag, Pflegehilfsmittel und Pflegebett, und das entlastet an anderer Stelle.
Hier lesen Sie, was sich im Alter beim Anziehen ändert, woran Sie gute Kleidung erkennen, welche Kleidung zu welcher Lage passt, welche Anziehhilfen es gibt, wie Sie beim Anziehen helfen, ohne zu übernehmen, was die Pflegekasse zahlt und was ins Pflegeheim mitgeht.
Für die Pflege zu Hause: Unsere Hosen, Shorts, Oberteile und Overalls öffnen sich dort, wo die Pflege es braucht, und sehen aus wie normale Kleidung. Alle Teile 29,90 € bis 99,90 €, Kauf auf Rechnung, kostenloser Versand aus Deutschland, 30 Tage Rückgabe. Die Übersicht: Pflegekleidung für zu Hause.
Was sich im Alter beim Anziehen ändert
Anziehen ist Arbeit für den ganzen Körper, das merkt man erst, wenn etwas nicht mehr geht:
- Die Arme kommen nicht mehr über den Kopf. Schulter und Nacken sind steif, das T-Shirt wird zur Hürde.
- Der Einbeinstand ist unsicher. Hose und Socken im Stehen anzuziehen heißt, auf einem Bein zu stehen. Mit 80 ist das ein Sturzrisiko.
- Die Finger machen nicht mehr mit. Kleine Knöpfe, Haken, Reißverschlüsse ohne Griff gehen mit zittrigen oder schmerzenden Händen kaum.
- Bücken fällt schwer. Socken, Schuhe, der Hosenbund am Boden sind weit weg.
- Es ist schneller kalt. Ältere Menschen frieren eher, besonders beim Umziehen.
- Einlage oder Windel kommen dazu. Sie brauchen Platz und einen schnellen Wechsel.
- Es geht um Würde. Wer sein Leben lang Hemd und Stoffhose getragen hat, will nicht plötzlich in einem Strampler sitzen.
Sieben Merkmale guter Kleidung für pflegebedürftige Senioren
- Vorn, an der Seite oder am Rücken zu öffnen. Oberteile mit Knopfleiste oder Druckknöpfen vorn, Hosen mit Öffnung an der Seite oder vorn in voller Länge. Nichts über den Kopf, nichts durchs Hosenbein.
- Verschlüsse für schwache Hände. Klett, Druckknöpfe oder Reißverschluss mit großem Schieber statt kleiner Knöpfe.
- Weicher, elastischer Bund ohne Gürtel und Hosenknopf, mit Platz für Einlage oder Windel.
- Weicher Stoff ohne dicke Nähte am Rücken und Gesäß, wo lange gesessen oder gelegen wird.
- Warm in Lagen. Unterhemd, Oberteil, Strickjacke statt eines dicken Pullovers, der über den Kopf muss.
- Waschbar mit der normalen Wäsche, bei 30 bis 40 Grad, ohne Sonderbehandlung.
- Sieht aus wie normale Kleidung. Von außen kein Unterschied, von innen die Öffnung.
Welche Kleidung zu welcher Lage passt
Noch weitgehend selbstständig, braucht etwas Hilfe: Hosen mit Gummibund, Hemden und Blusen mit Druckknöpfen statt Knöpfen, Strickjacken mit Reißverschluss, Schuhe mit Klett oder zum Hineinschlüpfen, Socken ohne enges Bündchen. Das meiste davon gibt es im normalen Handel.

Anziehen mit Hilfe im Sitzen: Ein Oberteil, das vorn ganz aufgeht, und eine Hose, die an der Seite von der Hüfte bis zum Knöchel aufgeht. Der Mensch sitzt auf dem Bettrand, die Kleidung wird angelegt statt angezogen.
Umziehen im Bett: Eine Hose, die sich vorn komplett öffnet und untergelegt wird, oder eine mit Reißverschlüssen an Seite und Schritt, dazu Shorts für warme Zimmer. Wie das ohne Heben geht, steht im Ratgeber Bettlägerige anziehen, ohne sie anzuheben.
Nachts bei Demenz: Wenn Schlafanzug und Windel jede Nacht ausgezogen werden, ein Overall mit Reißverschluss am Rücken. Was er kann und was nicht, steht im Ratgeber Pflegeoverall bei Demenz.
Mit Einlage: Unterwäsche mit saugfähiger Innenschicht als zweite Sicherheit über der Einlage oder allein bei einzelnen Tropfen, kein Windelersatz. Hosen im Zweifel eine Nummer größer.
Nach einer OP oder mit Gips: eigene Ratgeber zu Hüfte und Knie, Schulter und Gips.
Anziehhilfen für Senioren
Kleine Helfer, die viel ausmachen, alle aus dem Sanitätshaus oder dem Netz:
- Strumpfanzieher: Die Socke wird über eine Schale gezogen, der Fuß hineingeschoben, zwei Bänder ziehen die Socke hoch. Kein Bücken.
- Langer Schuhanzieher (50 bis 80 Zentimeter) und Schuhe mit Klett oder zum Hineinschlüpfen.
- Greifzange für die Hose, die am Boden liegt, und für alles, was herunterfällt.
- Knöpfhilfe: ein Draht mit Griff, der den Knopf durchs Knopfloch zieht. Für Hemden, die bleiben sollen, wie sie sind.
- Schlaufe oder Ring am Reißverschluss, damit der Schieber mit zwei Fingern geht.
- Anziehstab mit Haken für Jacken und Hosen, ohne sich zu strecken.
Anziehhilfen stehen im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen. Mit ärztlicher Verordnung kann die Kasse sie übernehmen; fragen Sie in der Hausarztpraxis danach. Welche Hilfe im Einzelfall passt, zeigt eine Ergotherapie, auch das kann verordnet werden.
So helfen Sie beim Anziehen, ohne zu übernehmen
- Zeit einplanen. Anziehen dauert mit 80 dreimal so lange wie mit 50. Wer drängt, bekommt Widerstand.
- Auswählen lassen. Zwei Oberteile zeigen, eines wählen lassen. Das ist Würde, und es kostet nichts.
- Kleidung in der Reihenfolge bereitlegen, in der sie angezogen wird, Unterwäsche oben.
- Im Sitzen. Stuhl mit Lehne und Armlehnen, Füße am Boden. Nie auf einem Bein.
- Nur das übernehmen, was nicht geht. Den Ärmel halten, den Reißverschluss ansetzen, die Socke anziehen. Den Rest macht der Mensch selbst, so langsam es auch geht.
- Schwächere Seite zuerst in den Ärmel, beim Ausziehen zuletzt heraus. Bei Hüfte und Bein genauso.
- Ansagen, was Sie tun, auch wenn keine Antwort kommt.
Für den Gutachter der Pflegekasse zählt übrigens genau das: Wie viel Hilfe braucht der Mensch beim Anziehen, und wie lange dauert es? Das gehört ins Pflegetagebuch. Mehr dazu in unserer Liste für den Termin mit dem Gutachter.
Was die Pflegekasse zahlt und was nicht
Kleidung zahlt die Pflegekasse nicht, auch keine Pflegekleidung. Sie zählt nicht zu den Pflegehilfsmitteln. Dafür gibt es mit Pflegegrad Leistungen, die oft liegen bleiben (Stand Oktober 2026, Beträge laut Bundesgesundheitsministerium):
- Entlastungsbetrag, 131 € im Monat, ab Pflegegrad 1, für Alltagsbegleitung, Haushaltshilfe anerkannter Anbieter oder Tagespflege. Wird gegen Rechnung erstattet; was im Jahr nicht genutzt wird, verfällt zum 30. Juni des Folgejahres.
- Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, 42 € im Monat, ab Pflegegrad 1: Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Desinfektion. Einmal beantragen, dann kommt das Paket monatlich.
- Technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebett, Toilettensitzerhöhung, Duschhocker oder Rollator, meist leihweise, Zuzahlung höchstens 25 €. Eine Empfehlung im Pflegegutachten reicht, ein Rezept ist nicht nötig.
- Pflegeberatung und Pflegekurse sind kostenlos, auf Wunsch zu Hause. Dort lernen Sie auch die Handgriffe beim Anziehen.
Alle Leistungen mit Beträgen und Quellen stehen in unserer Zuschuss-Liste (PDF). Für 2027 ist eine Pflegereform geplant, die einiges davon ändern soll; bis sie Gesetz ist, gelten die Beträge oben.
Kleidung für Senioren im Pflegeheim
Wer ins Heim zieht, braucht Kleidung, die drei Dinge aushält: die Heimwäsche, fremde Hände beim Anziehen und das Verlorengehen.
- Namensetiketten in jedes Teil, eingenäht oder eingebügelt. Sonst kommt die Hose beim Zimmernachbarn an.
- Mehrere Sätze, weil die Wäsche im Heim oft Tage dauert.
- Die Heimwäscherei wäscht heiß, meist bei 60 Grad und mehr. Fragen Sie vorher, was die Wäscherei verträgt. Unsere Teile sind für 30 Grad ausgelegt; wenn das im Heim nicht geht, waschen Angehörige sie zu Hause.
- Kleidung, die Pflegekräfte schnell anlegen können: vorn offen, Gummibund, Klett. Das spart dem Personal Zeit und dem Menschen Zerren.
- Einen Overall nur in Absprache mit dem Heim. Dort gelten eigene Regeln für Kleidung, die sich nicht selbst öffnen lässt; siehe den Ratgeber Pflegeoverall bei Demenz.
Normale Kleidung oder Kleidung für die Pflege?
| Normale Kleidung, eine Nummer größer | Kleidung, die sich öffnen lässt | |
|---|---|---|
| Anziehen im Sitzen ohne Armheben | Hemd ja, T-Shirt nein | ja |
| Hose anziehen ohne Bücken und ohne Einbeinstand | nein | ja, wird um das Bein gelegt oder untergelegt |
| Einlage wechseln ohne Ausziehen | nein | ja |
| Für zittrige Hände | je nach Verschluss | Klett, Druckknöpfe, Reißverschluss |
| Sieht aus wie gewohnt | ja, aber zu groß | ja |
| Preis | 54,90 € bis 99,90 € |
Unsere Kleidung für die Pflege zu Hause
- Pflegehose mit Klett, 69,90 €: vorn komplett zu öffnen, wird im Liegen untergelegt. Navy oder Schwarz, S bis 2XL, Baumwolle.
- Pflegehose mit Druckknöpfen an der Seite, 69,90 €: von der Hüfte bis zum Knöchel zu öffnen, wird im Sitzen um das Bein gelegt. Navy oder Grau meliert.
- Pflegeshorts mit Klett und mit Druckknöpfen, je 54,90 €: für warme Zimmer, die Druckknopfleiste geht ganz oder nur ein Stück auf.
- Pflegehose mit Reißverschlüssen an Seite und Schritt, 69,90 €: wenn rundum Zugang nötig ist.
- Pflegeoberteil nach der OP, 69,90 €: vorn und an der Schulter zu öffnen, auch ohne OP für alle, die den Arm nicht mehr heben.
- Pflegeoverall Langarm 99,90 € und Kurzarm 94,90 €: Reißverschluss am Rücken, für die Pflege bei Demenz. Ersetzt keine Aufsicht.
- Herren-Boxershorts 39,90 € und Damenslip 29,90 € mit saugfähiger Innenschicht für einzelne Tropfen, kein Windelersatz.

Alle Hosen, Oberteile und Overalls sind Unisex: Frauen wählen eine Größe kleiner, Männer die gewohnte Größe, mit Windel die größere. Die Größe finden Sie mit einem Kleidungsstück, das gut sitzt: Größe finden.
Entwickelt hat die Kleidung ein Textilhersteller, der sie für seinen schwer kranken Vater gebaut hat, weil normale Kleidung beim Anziehen nicht mehr ging.
Kostenloser Versand aus Niederdorfelden, meist in 2 bis 4 Werktagen. Kauf auf Rechnung. 30 Tage Rückgabe, die Rücksendung zahlen wir. Unsicher? Rufen Sie uns an: +49 6101 9979530.
Pflegekleidung für zu Hause ansehen
Häufige Fragen
Welche Kleidung ist für pflegebedürftige Senioren am bequemsten?
Weiche, elastische Stoffe ohne dicke Nähte, ein Gummibund ohne Knopf, Lagen statt dicker Pullover, und Öffnungen vorn oder an der Seite, damit nichts über den Kopf oder durchs Hosenbein muss.
Zahlt die Pflegekasse Pflegekleidung?
Nein, Kleidung zählt nicht zu den Pflegehilfsmitteln. Entlastungsbetrag, Pflegehilfsmittel zum Verbrauch und Pflegebett zahlt sie dagegen mit Pflegegrad.
Welche Anziehhilfen gibt es für Senioren?
Strumpfanzieher, langer Schuhanzieher, Greifzange, Knöpfhilfe, Schlaufe am Reißverschluss, Anziehstab. Mit Verordnung kann die Krankenkasse sie übernehmen.
Was ziehe ich meiner Mutter an, wenn sie den Arm nicht mehr heben kann?
Oberteile, die vorn ganz aufgehen: Blusen und Strickjacken mit Druckknöpfen oder Reißverschluss, oder ein Oberteil, das sich zusätzlich an der Schulter öffnet.
Welche Hose, wenn mein Vater sich nicht mehr bücken kann?
Eine Hose mit Gummibund, die im Sitzen angezogen wird, oder eine, die sich an der Seite öffnet und um das Bein gelegt wird. Dazu Strumpfanzieher und langer Schuhanzieher.
Was gebe ich ins Pflegeheim mit?
Mehrere Sätze bequemer Kleidung, die vorn aufgeht, alle Teile mit Namen beschriftet, und vorher die Frage an die Wäscherei, bei welcher Temperatur gewaschen wird.
Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Pflegeberatung. Die Pflegeberatung Ihrer Pflegekasse ist kostenlos und kommt auf Wunsch zu Ihnen nach Hause.
Aus der Praxis
„Bei meiner Oma waren es die Knöpfe. Sie wollte sich unbedingt selbst anziehen, aber die Finger haben nicht mehr mitgemacht, und morgens war das Hemd immer falsch geknöpft. Irgendwann ist sie lieber den ganzen Tag im Nachthemd geblieben. So etwas höre ich von Kunden oft. Die Menschen wollen sich ja anziehen, aber es kostet sie so viel Kraft, dass sie es irgendwann lassen.“
Berkan Ipek, Inhaber von ComfortCure

Geschrieben von Berkan Ipek
Inhaber von ComfortCure, Niederdorfelden
Ich arbeite direkt mit dem Betrieb zusammen, der diese Kleidung entwickelt hat. Wenn Sie unsicher sind, welche Größe oder welches Teil passt, rufen Sie mich an: +49 6101 9979530. Mehr über mich